Bevor wir uns in das pulsierende Leben der modernen Stadt stürzen, ein Exkurs in die Geschichte des früheren Anfa.
Mitte des 18. Jahrhunderts entschied Sultan Sidi Mohammed ben Abdallah, das antike Anfa (der Hügel), eine Berbersiedlung aus dem 7. Jahrhundert, wieder aufzubauen. Als erstes wurde die teilweise noch immer von Stadtmauern umringte Medina Casablancas neu errichtet. Beim Besuch nimmt man in dem Gassengewirr mit seinen Verkaufsständen die überlieferte Atmosphäre und zahllose Kleinhandwerker wahr.
Das zweite Gesicht der Stadt entwickelt sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Casablanca wird Schaufenster der Architektur der 30er Jahre. Die abgelegeneren Viertel werden einbezogen und um den Place de France, heute Place des Nations-Unies und den Place Administrative, heute Place Mohammed V, angelegt. Das Habous-Viertel, 3 km vom Stadtzentrum entfernt, ist in Marokko einzigartig: eine neue, nach überliefertem Modell geplante Medina. Das Viertel wurde in der Absicht errichtet, die in Casablanca Arbeit suchende Landbevölkerung aufzunehmen; es beweist die Fähigkeit, die Tradition an die Anforderungen der Moderne anzupassen.
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Die Beziehung Casablancas zur Architektur beginnt im 7. Jahrhundert. Eine glückliche Verbindung, sicher die Ursache für die Energie, die vom Wirtschaftszentrum Marokkos ausgeht.
Geschäfte, Handel, Feten und marokkanisches Dolce Vita… In Casablanca gibt es alles! Seine Dynamik ist ansteckend.
Die architektonische Tradition der Wirtschaftsmetropole setzt sich mit der Einweihung der Hassan II Moschee am 30. August 1993 fort; ihr Minarett ist 200 m hoch und die Moschee gehört zu den größten der arabischen Welt. Der Alltag des modernen Casablancas gleicht dem pulsierenden Mâarif-Viertel. Das früher arme Gebiet im Westen des Parks der Arabischen Liga verwandelte sich nach und nach zu einem der begehrtesten Viertel der Stadt. Die betuchte marokkanische Jugend bevölkert die Straßen mit Luxusläden und im Trend liegenden Einrichtungen, überragt von den Türmen des Twin Centers. Anfa, ein vornehmes Viertel Casablancas, lohnt ebenfalls den Besuch. Mehr in Richtung Stadtzentrum gelangt man zum Boulevard Mohammed V., unter dessen Arkaden sich Boutiquen und Restaurants über fast 2 km aneinanderreihen.
Machen Sie am Abend zwischen dem Leuchtturm El Hank und dem Marabout von Sidi Bou Abderrahmane, einem nur bei Ebbe erreichbaren Ort, eine Fahrt auf der Küstenstraße von Aïn-Diab. Dieser Küstenstrich ist Teil des Badestrands von Casablanca. Hier wurden Schwimmbäder und öffentliche und private Strände angelegt. Dort auf einer Terrasse bei einem kühlen Getränk den Sonnenuntergang zu bewundern, ist noch immer ein großer Klassiker. An jedem Wochenende treffen sich hier die Einwohner Casablancas. Später am Abend geht das lebhafte Treiben in den Diskotheken der Stadt, die nie zur Ruhe kommt, weiter.
Casablanca verkörpert das moderne Marokko und lebt, Ergebnis einer sehr langen Geschichte, harmonisch mit seinem reichen Kulturerbe zusammen.