Von Ouarzazate aus führen alle Wege zu den Wundern Südmarokkos. Lassen Sie sich auf das Abenteuer ein und begegnen Sie unverfälschten Menschen und unverfälschter Kultur.
Schon wegen der Kasbah Taourirt sollte man die alte Garnisonsstadt besuchen. Die ins Welterbe der UNESCO aufgenommene ehemalige Residenz des Paschas Glaoui wurde nach traditionellen Techniken vollständig renoviert. In dem Ort, einer lebendigen Schatzkammer, leben heute einige hundert Einwohner. Dort pflegt man noch das reiche lokale Kunsthandwerk und stellt Teppiche, Kleinmobiliar und Schilfkörbe, Töpferwaren, Schmuck und Berberdolche her. Hier findet zur Aufwertung des volkstümlichen Erbes der Region alljährlich im September auch das Festival Ahwach statt.
Das ausgetrocknete Tal des Dades zieht sich von Ouarzazate nach Boumalne, gesäumt von unvergleichlichen Kasbahs und befestigten Dörfern (Ksour). Wie etwa Tidrheste oder Tiflit, deren Besuch sich lohnt, um die traditionellen Piseebauten der Berber zu betrachten. Ein erfrischender Halt im Palmenhain von Skoura kommt genau zur rechten Zeit. Weiter östlich liegt das "Rosental". Hinter Tinghir erreicht man die wunderschöne Todra-Schlucht. Je höher die Felswände aufragen (bis 300 m!), desto enger wird die Schlucht. Über eine Piste führt der Weg durch die Dades-Schlucht nach Boumalne. Je nach Sonneneinstrahlung wechselt der Fels seine Farbe: von Rosa über Rot, Orange bis Violett. Südlich von Boumalne erhebt sich der Jebel Sahro mit dem "Tal der Vögel" und seinen 150 Vogelarten. Bei Ankunft auf dem Tizi-n-Tazazert-Pass hat man einen herrlichen Panoramablick.
Nach schöner Fahrt wird das wüstenhafte Drâa-Tal vor Zagora von dicht aufeinander folgenden Oasen abgelöst. Halten Sie und gewinnen Sie einen Eindruck vom unveränderten Leben dort. Hier wird sehr auf die Umwelt geachtet. Verfehlen Sie Amezrou nicht, eine ehemals von Juden bewohnte Kasbah, und vor allem Tamgrout mit seiner renommierten Koranbibliothek, in der kostbare Koranmanuskripte aufbewahrt werden, dessen ältestes aus dem 11. Jahrhundert stammt. Auch mathematische, historische und medizinische Werke befinden sich dort.
Ouarzazate bietet Ihnen all seine Schätze: ebenso reichhaltig wie das architektonische Erbe ist sein Naturerbe.
Südmarokko hat nicht nur seine sprichwörtliche Gastlichkeit bewahrt, sondern hält auch seine Farben, Feste und sein Kunsthandwerk am Leben.
Ausgangspunkt ist Kelaât M’Gouna, ein befestigtes Dorf, 24 km von Boulmane-du-Dadès entfernt. Nimmt man das M’Goun-Tal in nördlicher Richtung, gelangt man, vor allem Ende April bis Juni, an einen märchenhaften Ort. Zu dieser Jahreszeit ist das ganze Tal mit dicht wachsenden Rosenhecken übersät. Jährlich findet hier im Mai das Rosenfest statt, ein bedeutender Moussem, da Rosenwasser ein wichtiger Bestandteil marokkanischer Kultur, ein Symbol der Gastlichkeit, ist, das Gästen, bevor man sich zu Tisch begibt, als Geschenk gereicht wird. Ein überall in Marokko noch lebendiger Brauch. Sie können dabei zusehen, wie das Rosenwasser gewonnen wird und Derivate oder gewaltige Sträuße kaufen, die Sie trocknen lassen.
Das ererbte Volkstum des Südens ist fruchtbar und lebendig. Ein Beispiel ist in Ouarzazate das nationale Ahwach-Festival im September. Seine Schätze sind reichhaltig und vielfältig. Die kostbaren Manuskripte der Zaouïa-Bibliothek von Tamgrout gehören ebenso dazu wie die Muskatdatteln, die man im Palmengarten von Amazraou zu einem Minztee kosten kann. 5 km weiter findet man im farbenprächtigen Souk von Rissani Schmuck und Berberteppiche, die dem Ruf der Töpferwaren von Zagora in nichts nachstehen.
Das in sich ruhende Südmarokko lädt uns ein, anlässlich seiner Feste und auf seinen nach Kräutern und Gewürzen duftenden, bunten Märkten die angenehmen Seiten seines Lebens zu teilen.